Mittwoch, 26. November 2014

Stille #1

Tatatataaaa, das erste Kapitel zu meinem NaNo2014 Projekt, welches jetzt zu einem Blogroman umfunktioniert wurde.

Viel Spaß damit :-)

Kapitel 1





Mia stieß die Tür zu ihrem Zimmer unterm Dach auf, schmiss ihren Rucksack auf den Schreibtisch und ließ sich erschöpft aufs Bett fallen. Sie atmete tief durch und schloss für einen Moment die Augen. „Endlich, ein paar Minuten Ruhe,“ dachte sie bei sich. Ihre Eltern waren noch nicht zuhause und auch ihr kleiner Bruder saß ausnahmsweise mal nicht im Wohnzimmer vor dem Fernseher. Sie spürte eine bleierne Müdigkeit in sich aufsteigen. Wenn es nach ihr ginge, würde sie bis morgen früh einfach hier liegen bleiben und mal wieder richtig ausschlafen. Nur noch drei Tage, dann war der Probenstress vorbei. Ihre Musical-AG probte gerade für die Aufführung von Wicced und da sie die Hauptrolle bekommen hatte, nahmen die Proben nach der Schule für sie jede Menge Zeit in Anspruch. Das Singen war ihr Leben. Schon in der Grundschule hatte sie im Chor gesunden und mit 10 Jahren hatte sie ihren ersten Gesangsunterricht. Nach dem Abitur wollte sie auf jeden Fall Musical und Tanz studieren. Ein Leben ohne Musik und ohne zu singen konnte sie sich eigentlich nicht vorstellen. Die Laken unter ihrem Körper fühlten sich weich und kühl an und es kostete sie einige Überwindung, die Augen wieder zu öffnen und sich aufzurichten. Doch sie hatte heute noch einiges zu tun. Den Nachmittag zu verschlafen konnte sie sich nicht leisten. Sie blickte ihn ihrem Zimmer umher. Auf dem kleinen Schreibtisch am Fenster stand noch der Teller von gestern Nachmittag, als sie sich wilde Kartoffeln als Snack gemacht hatte, der Mülleimer quoll über und ihre Schulbücher und Hefte waren über den ganzen Boden verstreut. Das alles sah ihr garnicht ähnlich. Normalerweise war ihr Zimmer immer ordentlich und aufgeräumt, denn sie hasst Unordnung. Sie stand auf, nahm sich ihren mp3 Player und ihre Schultasche und setzte sich auf das Fensterbrett über ihrem Bett. Es war breit genug um bequem darauf sitzen zu können und sie hatte es sich mit Kissen noch gemütlicher gemacht. Von hier aus überblickte sie den großen Garten vor dem Haus, in welchem sich die Bäume langsam herbstlich rot färbten, und einen Großteil der Straße, in der sie wohnte. Sie setzte sich ihre Kopfhörer auf und versuchte sich auf ihre Mathehausaufgaben zu konzentrieren. Doch heute kam sie irgendwie nicht voran. Die Zahlen wirbelten in ihrem Kopf umher und schienen ihren Gedanken ständig zu entwischen. Als sie ein paar Aufgaben gerechnet hatte, legte sie das Buch auf die Seite. Das musste erstmal reichen. Wenn sie sich bei den ersten Aufgaben gleich meldete, würde sowieso keiner was merken. Wie immer. Aus dem Augenwinkel nahm sie einen Schatten im Garten wahr, doch als sie hinunter blickte, war dort nichts zu sehen als grüner Rasen und die Wäsche auf dem Wäscheständer, die im Wind wehte. Erschöpft ließ sie ihren Kopf gegen die Wand sinken und schloss die Augen. Jetzt bildete sie sich schon Sachen ein. Es wurde wirklich Zeit, dass sie mal wieder einen Tag richtig ausspannen konnte. Als sie die Augen wieder öffnete und hinunter in den Garten blickte, hielt sie vor Schreck einen Moment die Luft an. Ein kalter Schauer durchfuhr sie. Sie schloss die Augen und öffnete sie wieder, doch es war immer noch da. Dort unten im Garten stand ein schwarzes Wesen. Es war annähernd menschlich, doch seine Gliedmaßen wirkten seltsam verzerrt. Über seinen Schultern ragte etwas in die Höhe, das aussah wie zusammengefaltete, lederne Flügel. Es blickte aus kalten, stahlblauen Augen zu ihr empor. Dann, eine Sekunde später, war es verschwunden. Es war einfach weg, als wäre es niemals da gewesen. Erschrocken blickte Mia sich um. Es war nirgends zu sehen. Weder im Garten, noch irgendwo auf der Straße. Auch die Nachbargärten waren leer. Ihr Herz klopfte wie wild, als hinter ihr ein quietschen ertönte. Erschrocken drehte sie sich um und blickte in Richtung des Geräusches. In der Tür stand ihr Bruder, der sie fragend anschaute. „Kann ich mal an deinen Laptop? Bei mir ist der Akku leer und ich find mein Kabel nicht.“ Sie brauchte zwei Sekunden, bis seine Worte zu ihr durchdrangen. „Äh, ja, na klar.“ Sie war noch nie so froh gewesen, ihren Bruder zu sehen. Er schlenderte hinüber zu ihrem Laptop auf dem Schreibtisch, schob den Teller mit den zwei restlichen wilden Kartoffeln zur Seite und ließ sich auf ihren Schreibtischstuhl fallen. Sie beobachtete ihn dabei, wie er ihn einschaltete und spürte, wie sie sich langsam wieder beruhigte. Vorsichtig blickte sie noch einmal in den Garten, doch dort war nichts zu sehen.
Sie beschloss, an diesem Abend früh ins Bett zu gehen um mal wieder einigermaßen auszuschlafen.

In der Nacht erwachte sie von einem leisen Klicken. Erschrocken setzte sie sich im Bett auf und blickte in die Richtung, aus der sie das Geräusch vernommen hatte. Das Fenster stand offen. Hatte sie es vor dem Schlafen gehen nicht geschlossen? Hatte sie es gestern überhaupt geöffnet? Sie knipste ihre Nachttischlampe an und blickte sich im Raum um, doch es war nichts ungewöhnliches zu sehen. Zitternd stand sie auf, um das Fenster zu schließen und ließ dabei ihren Blick über den Garten streifen. Auch hier nichts Ungewöhnliches. Kein Wesen mit eiskalten Augen, die zu ihr empor starrten. Schnell huschte sie wieder ins Bett, doch an Schlafen war jetzt nicht mehr zu denken. Ihre Hände zitterten und in ihrem Kopf entstanden wirre Bilder von blauen Augen, die sie verfolgten, näher kamen und dann doch wieder von ihr abließen. Nachdem sie sich eine halbe Stunde unruhig im Bett hin und her gewälzt hatte, beschloss sie aufzustehen und sich eine Tasse Tee zu machen. „Es kann doch nicht sein, dass du dich hier aufführst wie ein Kleinkind, nur weil du dir heute Nachmittag irgend eine seltsame Kreatur eingebildet hast, die es nicht geben kann“, dachte sie bei sich. „Jetzt reiß dich zusammen.“ Mit klopfendem Herzen stand sie auf und ging zur Tür. Die Türklinke quietschte, als sie sie hinunter drückte. Hoffentlich wachte ihr Bruder davon nicht auf. Ihre Eltern waren noch nicht wieder daheim. Auf der alten Treppe machte sie zunächst einen großen Schritt über die ersten zwei Stufen hinweg, wechselte danach immer wieder von rechts nach links und ließ die ein oder andere Stufe aus. Sie wusste genau, an welchen Stellen die Treppe besonders laut knarrte und versuchte, diese zu umgehen. Doch die Treppe gab trotzdem hin und wieder ein leises Knacken von sich. Das Haus in dem Mia mit ihren Eltern und ihrem Bruder Mike wohnte war ein altes Fachwerkhaus. Die Wohnräume waren zwar renoviert worden, hatten moderne, neue Fenster und eine moderne Einrichtung, aber die Treppen und Böden waren noch die alten, so dass das ganze Haus immer wieder knarzte und wisperte. Auch die Holzbalken in den Wänden waren noch zu sehen. Wohnzimmer, Küche und Flur waren früher getrennte Räume gewesen. Doch ihre Eltern hatten die Wände heraus reißen lassen, so dass nun an einigen Stellen die Holzbalken frei im Raum schwebten. Zwischen den Balken waren an einigen Stellen Regale eingezogen, die mit Büchern voll gestopft waren. Auf den übrigen Balken standen Vasen, Krüge und Schalen. Alles selbstgemacht von ihrer Mutter. Sie hatte vor einigen Jahren als Hobby mit Töpfern angefangen und war mittlerweile so gut, dass sie ihre Sachen auch verkaufen konnte. Seit dem war das Wohnzimmer nicht mehr ganz so voll gestellt mit Schüsseln und selten stand etwas für mehrere Wochen an einer Stelle.

Als sie die Küche erreicht hatte, schaltete sie das Licht ein, stellte den Wasserkocher an und setzte sich an den Esstisch. Ihre Angst war inzwischen verflogen. Sie beobachtete, wie langsam Dampf aus dem Wasserkocher aufstieg und hörte das zischen des Wassers, das zu kochen begann. Da spürte sie einen leichten Luftzug an ihrer linken Schulter. Hastig drehte sie sich um. Ihr Herz schien für einen Moment auszusetzen. Im Wohnzimmer, im Halbdunkeln stand das Wesen von heute Nachmittag. Die zusammengefalteten Flügel hinter seinem Rücken reichten fast bis zur Zimmerdecke. Mia sprang auf und versuchte einen klaren Gedanken zu fassen. Aber in ihrem Kopf herrschte Leere. Sie trat einige Schritte rückwärts, bis sie mit dem Rücken gegen die Küchenzeile stieß. Das Wesen setzte sich langsam in Bewegung und kam auf sie zu. Mia blickte um sich, von hier aus hatte sie keine Möglichkeit zu entkommen. Die Küche war durch Balken vom Wohnzimmer abgetrennt. Nur auf der rechten Seite war ein breiter Durchgang, durch den sie ins Wohnzimmer und in den Flur gelangen konnte. Doch genau auf diesen bewegte sich die Kreatur nun zu. Mia krallte sich mit den Händen an der Theke fest. Sie wollte fliehen, schreien, irgendetwas tun, doch ihr Körper reagierte nicht. Sie konnte nichts tun, außer das anzustarren, was da gerade auf sie zu kam. Es hatte bereits den Durchgang zur Küche erreicht. Aus der Nähe konnte sie nun auch die spitzen Zähne sehen, die aus seinem Mund heraus ragten. Es hatte spitze Eckzähne, die über die Lippen heraus ragten, wie ein Raubtiergebiss. Mia blickte hilflos um sich. Da fiel ihr Blick auf die Terrassentüre. Vielleicht ihre einzige Chance. Sie war kurz davor, nach Hilfe zu schreien. Aber wer sollte sie hören, außer ihr kleiner Bruder. Und die Vorstellung, dass er hier herunter kam und das Ungeheuer ihn vor ihren Augen in Stücke reißen könnte ließ sie verstummen. Sie blickte noch einmal zu dem Wesen. Es war jetzt nur noch wenige Schritte von ihr entfernt. Es bewegte sich langsam und gemächlich auf sie zu, so als wäre es sich sicher, zu bekommen, was es wollte. Aber was wollte es denn überhaupt? Jetzt erst fiel ihr auf, dass das Ungeheuer keinerlei Geräusche verursachte, als es auf sie zu schritt und auch nicht, als seine Flügel einen der Deckenbalken streifte. Aber wie konnte das sein? Egal, es sah jedenfalls nicht so aus, als würde es sich nur mit ihr unterhalten wollen. In Gedanken zählte sie bis drei. Dann drehte sie sich um und rannte los. Nach wenigen Schritten hatte sie die Türe erreicht. Mit einem Ruck drehte sie den Türgriff herum und riss sie auf. Dabei sah sie aus den Augenwinkeln, dass das Wesen sie bereits fast erreicht hatte. Instinktiv griff sie nach dem Wasserkocher mit dem inzwischen heißen Wasser und schleuderte ihn in die Richtung des Ungeheuers. Mia sah nur noch, wie es einen Schritt zur Seite machte, um dem Geschoss auszuweichen, dann war sie auch schon durch die Terrassentüre nah draußen geschlüpft. Sie versuchte, noch im Rennen die Balkontüre zu schließen, doch sie rutschte vom Griff ab. Egal, einfach rennen. Mehr blieb ihr im Moment nicht übrig. Sie stürmte aus dem Garten, hinaus auf die verlassene Straße.

Es war nicht weit bis zur Innenstadt. Dort waren andere Menschen, vielleicht ließ sich das Wesen davon abschrecken. Oder aber, sie konnte nach Hilfe rufen. Vielleicht eine Polizeistreife oder sonst irgendjemand, der es sich traute, dem Wesen gegenüberzutreten. Ihre nackten Füße schmerzten bald vom Rennen auf dem rauen Asphalt und ihre Lunge brannte. Sie hatte bereits einige Straßen überquert, als sie über die Schulter hinter sich blickte. Das Wesen folgte ihr tatsächlich. Der Anblick ließ ihr erneut einen kalten Schauer über den Rücken jagen. Die stahlblauen Augen schienen kalt in ihr Innerstes zu dringen, wie ein beißender Wind im Winter, der auch nicht vom wärmsten Wintermantel abgehalten werden kann. Sie war bisher keinem anderen Menschen begegnet. Dieses Wohnviertel war nachts wie ausgestorben und die spärliche Beleuchtung sorgte nur für leichtes Schummerlicht. Doch weit war es nun nicht mehr bis zur Innenstadt. Nur noch zwei Querstraßen. Sie hörte bereits das Brummen von Motoren. Sie blickte erneut hinter sich. Das Ungeheuer folgte ihr in dem gleichen Abstand wie zuvor. Sie stürmte von der dunklen Seitengasse auf die Hauptstraße, die mit Licht, Motorenlärm und Stimmen überflutet war. Dort rannte sie einfach weiter, vorbei an Geschäften und Bars, vorbei an Rauchergruppen und Betrunkenen. Nach einiger Zeit blieb sie stehen und blickte zurück zu der Straße, aus der sie gekommen war. Dort war im ersten Moment nichts zu sehen. Sie atmete tief durch. Doch dann sah sie einen schwarzen Schatten aus der Gasse treten. „Hilfe, es verfolgt mich!“ Panisch zeigte sie in die Richtung, aus der die Gestalt nun auf sie zu kam. Die umstehenden Personen schauten zunächst sie an, folgten dann ihrem Blick und sahen dann wieder zu Mia, mit etwas verwirrtem Gesichtsausdruck. Vermutlich hielten sie das alles nur für einen schlechten Scherz. Sie musste einen ziemlich seltsamen Anblick bieten, in ihrem Schlafanzug mit den vom Schlafen zerzausten Haaren, hier mitten auf der Straße, laut um Hilfe schreiend. „Holt Hilfe, ruft die Polizei, hat denn keiner ein Handy?“ Einer älterer Herr schüttelte den Kopf und wandte sich ab. Ein paar Jugendliche zogen ihre Handys aus den Taschen und richteten sie auf sie. Blitzlicht flackerte auf. „So eine Bekloppte.“ Aus den Augenwinkeln sah sie nun, dass das Wesen schon bis auf wenige Meter heran gekommen war. Doch die Jugendlichen beachteten es garnicht, sondern hielten weiter ihre Handys auf sie gerichtet. Ungläubig wandte Mia sich ab und begann zu rennen. Immer wieder schrie sie, dass jemand doch die Polizei rufen soll. Doch sie blickte nur in verwirrte Augen und erntete die ein oder andere Beleidigung, wenn sie jemanden im vorbei rennen angerempelt hatte. Sie drehte sich immer wieder um, das Wesen folgte ihr in gleich bleibendem Abstand. Von der Ferne hörte sie Polizeisirenen. Waren sie wegen ihr unterwegs? Hatte doch irgendwer die Polizei gerufen? Würden sie sie finden? Sie war sich nicht mehr sicher, wo sie war. Sie war bereits einige Male abgebogen, ohne darauf zu achten, wohin genau sie lief. Sie blickte noch einmal nach hinten, während um eine weitere Ecke bog und sah immer noch die stahlblauen Augen auf sich gerichtet. Als sie wieder nach vorne blickte, war dort eine Mauer. Sie war in eine Sackgasse gelaufen. Sie blieb stehen. Es waren noch ungefähr 10 Meter bis zum Ende der Straße. Sie blickte über die Schulter, sah hinter sich den kleinen Ausschnitt der hell beleuchteten Hauptstraße, als dieser sich verdunkelte. Im Gegenlicht zwischen den Häusern stehend, konnte sie die Augen nicht mehr erkennen. Sie sah nur den verzerrt wirkenden Umriss der Kreatur. Langsam tastete Mia sich Schritt für Schritt rückwärts. „Was willst du von mir?“ Keine Antwort. Das Wesen kam lautlos näher. Seine Schritte verursachten keinen Laut auf dem Boden, auch nicht, als es auf eine herumliegende Plastiktüte trat. Auf einmal spürte sie die Mauer in ihrem Rücken. Ein kalter Schauer durchfuhr sie, ihr Herz begann zu rasen und hämmerte von innen gegen ihren Brustkorb. Sie wollte schreien, doch die Angst schnürte ihr die Kehle zu, so dass sie statt dem Hilfeschrei nur ein Flüstern zustande brachte. Das Wesen war nun bis auf einen Meter heran. Langsam schälten sich seine Gesichtszüge aus der Dunkelheit und sie blickte erneut in diese tiefen, blauen Augen, die sie bis auf den Grund ihrer Seele zu durchdringen schienen. Es streckte eine Hand nach ihr aus, und legte sie ihr auf die Wange. Mia hatte Schmerzen erwartet, hatte damit gerechnet, erwürgt, oder erstochen zu werden. Doch sie spürte nur die kalte, trockene Haut des Wesens an ihrem Gesicht. Sie wollte das es mit beiden Händen von sich stoßen, doch es war schneller. Mit seiner freien Hand ergriff es Mias Handgelenke, bevor sie seinen Brustkorb trafen. Es hatte dafür nicht mal seinen Blick abgewandt. Sein Gesicht näherte sich ihrem. Sie hatte auf einmal das Gefühl, dass ein eisiger Lufthauch durch ihre Lungen wehte. Erschrocken hielt sie den Atem an, unfähig, sich zu rühren. Der kalte Lufthauch wurde langsam zu Eis, das vor Kälte in ihren Lungen brannte. Dann hörte sie etwas. Ein leises Atmen, direkt neben ihrem Ohr. Dann ein Wort. „Danke“. Sie kannte diese Stimme. Das Wesen ließ von ihr ab und drehte sich um. Es war ihre eigene Stimme. Hatte sie gesprochen? Auf einmal waren die Wände der Seitengasse von blauem Leuchten erfüllt. Polizeiwagen. Sie schrie, doch sie hörte keinen Schrei. War sie plötzlich taub? Nein, sie konnte noch die Sirenen hören. Jetzt stürmten Polizisten in die Gasse. Es waren vier oder fünf. Sie stürmten direkt auf das Wesen zu, das in aller Ruhe weiter auf die Hauptstraße zu schritt, und rannten einfach durch es hindurch. Noch einmal wollte sie schreien. Sie spürte, wie ihr Kiefer sich bewegte, spürte die Luft, die aus ihren Lungen drang, doch es kam kein Laut dabei heraus. Ein Polizist kniete jetzt neben ihr, redete auf sie ein, dass alles okay war, dass sie in Sicherheit war. Ein anderer rannte weg und kam kurz darauf mit einer Decke zurück, die er ihr umlegte. Sie weite. Lautlos. Nichts war okay.






Weiter zu Kapitel 2


Kommentare:

  1. Hat mir sehr gut gefallen :)

    P.S. Ich hoffe, dass ihr Bruder seine Browserhistory löscht, wenn er mit seinem schändlichen Treiben fertig ist, sonst kriegt die arme Mia noch schlimmere Einbildungen :-O

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    1. Danke :-) Freut mich sehr!

      Haha, ja der Kleine *g* Aber größere Schwestern sind da glaub ich ziemlich abgehärtet, oder? :D

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